Materialien

Das wichtigste Material beim Bau einer Gitarre ist natürlich das Holz. Je nachdem, wie und was ein Gitarrist spielt, sind unterschiedliche Holzarten auszuwählen, um die passende Gitarre bauen zu können.

Nachdem die Gitarre (fast) fertig gebaut ist, wird sie lackiert, was ebenfalls Einfluss auf den Klang hat.

Nicht zu vergessen sind die Bünde und Sättel, die die Schwingungen auf den Korpus der Gitarre übertragen.

Gute Mechaniken sind für jeden Gitarristen ein Genuss. Die meisten meiner Kunden entscheiden sich für die Scheller Tuning Machines, jedoch kann ich auch viele andere Stimmwirbel einbauen.

Holz

Jedes einzelne Stück Holz ist lebendig und hat seinen eigenen Charakter, selbst wenn es vom selben Baum stammt. Als professioneller Gitarrenbauer erkenne und nutze ich die Qualitäten des Materials. Bereits der Zeitpunkt des Fällens und die Weiterverarbeitung bis zum rohen Brett haben essenzielle Auswirkungen auf den Klang der Gitarre. Die optimale Lagerung des Holzes ist Voraussetzung für meine Arbeit – ich lagere das von mir verwendete Holz selbst, kontrolliert und möglichst lange. Etwas ganz Besonderes ist zum Beispiel die, nach Mondphasen geschlagene, gespaltene Zeder.

Wenn ich den gesamten Werdegang eines Baumes bis hin zur fertigen Gitarre begleiten kann, entsteht eine enge Verbundenheit mit dem Material. Darum lege ich sehr viel Wert darauf, auch mit Hölzern aus heimischen Regionen zu arbeiten.

Jeder Gitarrist hat eine andere Anschlagtechnik, einen anderen Geschmack und andere Fähigkeiten. Deshalb wird jedes Instrument individuell für eine Person angefertigt. Während eines ausgiebigen Gesprächs entscheide ich, welche Hölzer in Frage kommen. Danach gehen wir in das Holzlager und suchen gemeinsam die Decke und den Boden aus.

In meinem Holzlager befinden sich ca. 10 europäische Hölzer … von Nachbars Zwetschkenbaum bis hin zur Olive aus Griechenland. Außerdem besitze ich ca. 17 Holzarten aus den Wäldern von Indien bis Südamerika.

Irgendwann werden alle meine Hölzer in Form einer Gitarre einen Musiker glücklich machen.

Wer schön schreiben kann, schreibt auch schön mit einem schlechten Pinsel..
Japanische Weisheit
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Was nicht zusammen kann bestehen, tut am besten, sich zu lösen.
Johann Christoph Friedrich von Schiller (1759 – 1805)

Leim

Auch der Leim spielt bei einem Musikinstrument eine große Rolle. Inzwischen werden neben den klassischen Leimen auch Kleber verwendet, um mit Materialien wie Carbon oder Nomex arbeiten zu können. Nomex wird vor allem in der „Sandwich“-Bauweise (Doubletop) bei Decken genutzt, während Carbon meistens im Hals verwendet wird, um ihn etwas steifer zu gestalten.

Alle Leime und Kleber müssen, wie der Lack, elastisch sein, um die Bewegung des Holzes auszuhalten und nicht zu reißen. Das bedeutet, dass auch der Leim durch seine Elastizität die Schwingungen einer Gitarre dämpft. Daher ist es sehr wichtig, dass sich der Gitarrenbauer gut überlegt, welche Bestandteile mit welchem Leim/Kleber verleimt oder verklebt werden.

Nachfolgend zähle ich einige der verwendeten Leime und Kleber auf, beginnend bei den giftigeren:
PU-Leim oder PUR-Leim (einkomponentiger Polyurethanleim): Dieser Holzleim enthält kein Wasser, was ein großer Vorteil beim Verleimen von großflächigen und dünnen Holzschichten ist. Aufgrund des fehlenden Wassers arbeitet das Holz während des Klebevorgangs nicht. Allerdings würde ich persönlich diesen Leim niemals für eine Decke oder einen Boden verwenden.

Epoxydharzkleber (2-Komponenten-Kleber): Heutzutage werden neben Holz auch andere Materialien in einer Gitarre verbaut. Diese Materialien können jedoch oft nicht mit herkömmlichen Leimen verklebt werden. Daher ist es notwendig, auf andere Klebstoffe zurückzugreifen. Hier leistet der Epoxidharzkleber gute Dienste. Dieser enthält ebenfalls kein Wasser, was wiederum von Vorteil ist.

Weißleim (formaldehydarmer Dispersionsleim): Weißleim enthält als Bindemittel PVAc (Polyvinylacetat), welches als Dispersion in Wasser geliefert wird. Er ist günstig, aber in der Verarbeitung sehr weich und daher für den Instrumentenbau eine schlechte Wahl.

Titebond (Aliphatischer Dispersionsharzkleber): Dieser Holzleim ist für die Verarbeitung von nahezu allen Holzarten ideal. Titebond wird nach dem Austrocknen sehr hart und dämpft somit weniger als z.B. der Weißleim. Außerdem ist eine Leimfuge aus Titebond wieder lösbar, was bei Restaurationen bzw. Reparaturen von Vorteil ist.

Warmleim (Glutinleim): Glutinleime sind wasserlösliche, natürliche Klebstoffe, die schon vor 5000 bis 6000 Jahren verwendet wurden und aus tierischen Abfällen bestehen. Diese werden so lange ausgekocht, bis eine Gallerte (Leim) entsteht. Gallerte besteht zum größten Teil aus Glutein, welches eine ähnliche Zusammensetzung hat wie Gelatine. Je nach Ausgangsmaterial unterscheidet man Glutinleime als Knochenleim, Hautleim (Lederleim), Hasenleim, Fischleim und Hausenblasenleim. Jeder dieser Leime hat andere Eigenschaften. Der Knochen- und Hautleim wird viel im Instrumentenbau verwendet, der Hasenleim vor allem bei Reparaturen bzw. Restaurationen.

Um mit diesen Leimen gute Resultate zu erzielen, ist viel Übung und Wissen nötig.

Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile.
Aristotele (384 – 322 B.C.)

Sättel und Bünde

So wie beim Auto die Reifen die Verbindung zwischen Straße und Auto bilden, sind es bei der Gitarre die Sättel am Steg und am oberen Ende des Griffbretts. Wenn die Saiten gegriffen werden, sind es der Stegsattel und die Bünde. Diese Bestandteile müssen aus dem richtigen Material bestehen und perfekt verarbeitet sein, damit die Gitarre ihr volles Potenzial entfalten kann.

Ich verwende schmale, hohe und eher harte Bünde aus einer Nickel-Silber-Legierung. Je nachdem, wie viel gespielt wird und wie viel Kraft aufgewendet wird, verschleißen sie früher oder später. Dann müssen die Bünde überarbeitet bzw. getauscht werden, damit die Saiten wieder sauber schwingen und die Gitarre klingen kann. Bei sehr hohen Bünden entstehen schnell Intonationsprobleme, weil man die Tonhöhe mit entsprechendem Druck leicht verändern kann. Im Umkehrschluss ist es aber auch möglich, die Tonhöhe bewusst auszugleichen, und das Vibrato funktioniert einfacher. Bei niedrigen Bünden muss man genau hinter dem Bund greifen. Dafür ist der Druck, den man auf die Saite ausübt, nicht mehr so wichtig.

Für die Sättel werden viele verschiedene Materialien verwendet. Die gängigsten sind Elfenbein, Mammutknochen oder -stoßzahn, Fischbein, Rinderknochen und Kunststoff.
Elefanten-Elfenbein ist seit vielen Jahren verboten und nur noch mit C.I.T.E.S. legal zu erwerben. Es wurde lange Zeit im Gitarrenbau verwendet.

Mammut-Elfenbein gibt es nach wie vor legal zu erwerben. Allerdings ist es sehr schwierig, den Unterschied zwischen Mammut- und Elefantenelfenbein zu erkennen und deshalb einfach, damit in Schwierigkeiten zu geraten.

Das Material Fischbein wird aus den Barten (Hornplatten anstelle der Zähne) großer Wale hergestellt. Obwohl sich dieses Material hervorragend eignet, verwende ich es genau so wenig wie Elfenbein. So wie Elefanten-Elfenbein unterliegt es ebenfalls den Artenschutzrichtlinien.

Ich nutze gerne Rinderknochen. Da Knochen ein organisch gewachsenes Material ist, kann es sehr große Qualitätsunterschiede aufweisen. Ich habe das Glück, dass meine Schwester Galloway-Rinder züchtet. Diese wachsen sehr langsam im Freien auf, ohne mit Kraftfutter gefüttert zu werden. Das heißt auch, dass der Knochen langsam wächst und sehr kräftig wird.

Zu guter Letzt gibt es verschiedenste künstlich hergestellte Stegeinlagen und Sättel, die ebenfalls enorme Qualitätsunterschiede aufweisen können. Ein guter Kunststoffsattel ist manchmal die bessere Wahl als Knochen oder Elfenbein.

Mit der richtigen Wahl des Materials für die Sättel kann eine Gitarre ihr volles Potenzial entfalten.

Treffen sich zwei Planeten:
A: „wie geht es dir?“
B: „schlecht“
A: „was hast du denn?“
B: „ich habe den Homosapiens“
A: „ach … das vergeht von ganz alleine!“

Zusammenfassung der C.I.T.E.S. Regelungen

Zusammenfassung: CITES und Umweltschutz in Österreich

Viele hochwertige Gitarren enthalten Hölzer wie Palisander oder Mahagoni und Verzierungen aus Elfenbein, Schildpatt etc., die dem CITES-Abkommen unterliegen.

CITES unterscheidet drei Schutzkategorien (Anhänge I, II, III). Anhang I (z.B. Rio-Palisander, Elfenbein) unterliegt den strengsten Handelsbeschränkungen.

Für Musiker ist CITES relevant beim Kauf/Verkauf gebrauchter Instrumente, beim Reisen mit dem Instrument und beim Versand ins Ausland.

Seit Dezember 2019 sind fertige Musikinstrumente, -teile und -zubehör aus den meisten Dalbergia-Arten (außer Dalbergia nigra/Rio-Palisander) und Bubinga-Arten von der CITES-Genehmigungspflicht ausgenommen, solange sie als Endprodukte gehandelt werden und das Gewicht des geschützten Holzes 10 kg pro Instrument nicht überschreitet.

Für Instrumente mit Anhang-I-Materialien gelten weiterhin strenge Genehmigungspflichten. Der Handel ist nur mit speziellen CITES-Bescheinigungen möglich.

Für nicht-kommerzielle Reisen mit Anhang-I-Instrumenten kann ein Musical Instrument Certificate (MIC) beantragt werden. Eine Negativbescheinigung wird insbesondere für Reisen in die USA empfohlen.

Beim Grenzübertritt mit CITES-Materialien muss immer die rote Zollstelle passiert und alle Dokumente vorgelegt werden.
Auf CITES-Bescheinigungen können Eigentümer und Besitzer eingetragen werden.

Die „Declaration of Materials“ ist eine schriftliche Erklärung über die im Instrument verbauten Materialien und dient als Nachweis bei Reisen, Verkäufen oder Kontrollen.

Bei Unsicherheiten empfiehlt sich ein Gutachten durch einen zertifizierten Gutachter.

Zuständige Behörde in Österreich: Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Regionen und Wasserwirtschaft (BML), Anträge online unter www.cites.at.

Für Anhang-I-Arten ist der Kauf und Verkauf nur mit gültiger, personenbezogener CITES-Bescheinigung zulässig. Für Anhang II/III-Arten ist innerhalb der EU keine Genehmigung erforderlich, aber der Nachweis der legalen Herkunft bleibt Pflicht.

Der Austausch geschützter Materialien gegen legale Alternativen ist erlaubt und sollte dokumentiert werden.

Für detaillierte Fragen und aktuelle Gesetzesänderungen wird die direkte Kontaktaufnahme mit den zuständigen Behörden empfohlen.

Wichtig:
Diese Zusammenfassung bietet einen kompakten Überblick über die wichtigsten Regelungen. Es wird ausdrücklich empfohlen, das vollständige und ausführliche Dokument sorgfältig zu lesen.