Gitarrenbau

Jeder, der in einem kreativen und schaffenden Beruf tätig ist, kennt das Gefühl der engen Verbundenheit mit seinen Werken. Jede einzelne Gitarre erzählt von Anfang an ihre eigene Geschichte. Meine Instrumente sind individuell gefertigt und tragen alle ein Stück Seele in sich.

Achte auf deine Gedanken! Sie sind der Anfang deiner Taten.
Chinesische Weisheit

Planung

Bevor eine Gitarre gebaut werden kann, müssen viele Entscheidungen gefällt und Pläne gezeichnet werden.
Meistens baue ich Gitarren auf Bestellung. Bei einem gemütlichen Gespräch höre ich mir an, welche Musik diese Person spielt, welche Vorlieben sie hat und natürlich auch, wie sie die Gitarre spielt. Entsprechend den Informationen, die ich bekomme, plane ich die Gitarre zusammen mit dem/der MusikerIn.

Je ausgefallener die Wünsche werden, desto länger dauert dieser Vorgang. Wenn dann schließlich alle Details geklärt sind, sucht der/die KundeIn das Holz aus.

Das ist der Beginn einer jeden Gitarre …

Phantasie ist wichtiger als Wissen. Wissen ist begrenzt, Phantasie aber umfasst die ganze Welt.
Albert Einstein (1879 – 1955)

Bauphase 1

In der ersten Hälfte der Bauzeit ist aus der Ferne wenig, im Detail aber sehr viel zu sehen. Die Einzelbestandteile baue ich zuerst.

Oft beginne ich damit, die Decke zusammenzufügen. Anschließend hoble ich sie auf die richtige Dicke aus, lege die Rosette ein, leime das Schalllochfutter, die Balken und Leisten auf und arbeite alles aus. Auch die anderen Hauptbestandteile (Zargenkranz, Boden und Hals) fertige ich Stück für Stück an.

Dann …

Für das Können gibt es nur einen Beweis:
Das Tun.
Marie von Ebner-Eschenbach (1830 – 1916)
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Bauphase 2

… dann füge ich alle Bestandteile zusammen und plötzlich entsteht eine Gitarre. Noch ist sie aber nicht fertig, es fehlen noch etliche Arbeitsschritte.

Ich lege alle Ränder und Zierspäne ein, putze den Korpus, bereite das Griffbrett vor und leime es auf. Nach dem Bundieren wird die Gitarre noch einmal auf’s Genaueste geschliffen und poliert. Wenn dann auch der Steg fertig ist, klebe ich alle Flächen, die nicht lackiert werden, ab. Endlich ist die Gitarre lackierfertig. Eine saubere Schellackpolitur dauert circa drei Wochen.

Wenn das erledigt ist, arbeite ich die Bünde genauestens nach, damit die Gitarre hervorragend spielbar wird. Dann leime ich den Steg auf und montiere die Mechanik.

Schließlich fehlen noch zwei sehr wichtige Details, die ebenfalls penibelst genau eingepasst werden müssen. Das sind der Sattel und die Stegeinlage, welche meistens aus Knochen hergestellt werden.

Diese letzten Handgriffe bestimmen darüber, ob die Gitarre hervorragend oder nur gut klingen wird …

Ausdauer wird früher oder später belohnt …
meistens aber später..
Wilhelm Busch (1832 – 1908)
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